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| Guido Karp / p41d.com |
Monika Dennerlein, Jahrgang 1976, lebt mit ihrer Familie in München und hat sich 2008 den Traum erfüllt, sich als Autorin selbstständig zu machen. Seit 2006 schreibt sie unter Pseudonym (Inka Loreen Minden, Lucy Palmer) sinnlich romantische Erotikgeschichten mit Happy End. Unter anderem schreibt sie für den action verlag, blue panther books, Club der Sinne, dead soft Verlag, Fallen Star Verlag und Ubooks und war auch als Herausgeberin tätig.
Seit kurzem wird die symphatische Autorin von der Literarischen Agentur Lianne Kolf vertreten. Wenn Monika nicht schreibt, gestaltet sie Cover, übernimmt Verlagsarbeiten und gibt Anthologien heraus. Auf die Frage, was sie an erotischen Geschichten reizt, antwortet sie: "Es gibt kein schöneres Thema als die Liebe!"
Alle anderen Fragen, die ich gestellt habe, findet ihr im nachfolgenden Interview, das ich mit Monika geführt habe. Viel Spaß!
Liebe Monika, ich freue mich, dich in meinem Plauderstübchen begrüßen zu dürfen!
Liebe Eva, ich freue mich über die Einladung!
Was gibt es über dich als Mensch zu sagen, wenn du dich mit deinem Sternzeichen vergleichen müsstest?
Puh, ich habe es ja nicht so mit den Sternzeichen. Ich weiß nur, dass ich eigentlich Stier wäre, anstatt Zwillinge, weil sich das Sternbild über die Jahrhunderte verschoben hat. Ich bin auch kein typischer Zwilling, denen man zwei Gesichter zusagt. Ich bin immer so drauf, wie ich mich fühle. Da kann ich mich auch nicht verstellen.
Auf jeden Fall bin ich ein Writeaholic. Zwillingen sagt man ja »Power« zu. Nur wünschte ich, davon etwas mehr zu haben :-)
Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang?
Beides. Ich stehe gerne früh auf, um den Tag zu nutzen, und gehe deshalb auch spät ins Bett. Nur keine Zeit ungenutzt verschwenden ;-)
Liebesfilm oder Thriller?
Wieder beides. Ich stehe auf Liebesfilme, mag aber auch Thriller und Action. Am besten beides miteinander vermischt.
Jason Statham oder Johnny Depp?
Eindeutig Jason.
Kaffee oder Tee?
Wenn’s denn sein muss: Tee.
Vanille oder Schokolade?
Schokolade, unbedingt! Ohne die geht nix :-)
Relaxen auf den Malediven oder Abenteuerurlaub?
Malediven, eindeutig. Ich war schon einmal dort und träume immer noch von diesem Urlaub. Abenteuer erlebe ich genug in meiner Fantasie.
Glaubst du an die Liebe auf den ersten Blick?
Was für eine Frage an eine Liebesromanleser- und schreiberin: natürlich!!! (grinst)
Was ist das Verrückteste, was du je gemacht oder erlebt hast?
Da gäbe es so viel, damit könnte ich ganze Bücher füllen. Meistens handelt sich es um paranormale Dinge. Und wenn ich das erzählen würde … Okay, was weniger Verrücktes: Früher konnte ich manchmal in die Zukunft blicken. Ich hab meistens besondere Ereignisse vorhergesehen, oder wenn jemand in Gefahr war. Einmal konnte ich dadurch sogar einen Messerangriff verhindern. Ich habe wenige Minuten zuvor genau »gesehen«, wie der Angriff geschehen würde, habe das Opfer gewarnt und es war vorbereitet. Das war wirklich ein krasses Erlebnis.
Leider verlor sich diese Gabe mit der Schwangerschaft. Aber langsam fühle ich sie wieder.
Ein Ereignis, das mich immer noch beschäftigt: Meine Mutter war mit meiner Schwester hochschwanger und hat sich ausgeruht. Ich (ein Jahr alt) sollte auch schlafen (was ich natürlich nicht tat) und lag neben ihr im Bett. Wie immer beanspruchte ich die Nerven meiner Mutter, indem ich redete und redete und redete. Ich habe ihr Dinge erzählt, die ein Kind in dem Alter (ich konnte weder lesen noch hatte ich jemals ferngesehen) niemals wissen konnte: von Pyramiden und meinem früheren Leben, was ich getan hatte usw. Leder befand sich meine Mutter im Halbschlaf und kann sich deshalb nicht mehr an alles erinnern, aber als sie registrierte, was ich ihr da eigentlich erzählte, riss sie die Augen auf und fragte: »Woher weißt du das alles? Das kannst du doch gar nicht wissen!«
Ich sagte: »Doch, Mami, das weiß ich, das ist halt so.«
Unheimlich, oder? Für mich faszinierend. Spaßeshalber hatte ich mir daher vor ein paar Jahren eine CD gekauft, mit der man selber Rückführungen in seine früheren Leben machen konnte. Wer ich alles gewesen sein soll (lacht), sogar die Geliebte eines französischen Königs, die Brieffreundin von Voltaire, Madame Pompadour … Auch ein (sumerischer?) Priester war ich, habe mein Haus gesehen, meine Frau, meine Kinder. Das war schon … wow! Nur weiß ich nicht, wie vieles davon real war und was meiner lebhaften Fantasie entsprang. Besonders die Sache mit dem König – ich hatte zuvor über das historische Frankreich recherchiert …
So, und jetzt haltet ihr mich alle für total durchgeknallt.
Liebe Monika, deine erste Veröffentlichung ist ja schon ein paar Jährchen her. Wie schwierig hat sich damals die Verlagssuche für dich gestaltet?
Relativ einfach. Nachdem ich mein allererstes Buch selber veröffentlichte, weil ich mir absolut keine Chancen ausrechnete, einen »richtigen« Verlag zu finden, habe ich mir beim zweiten Buch gedacht: Okay, ich schreibe mal einen einzigen Verlag an. Ich kann ja nichts verlieren.
Das war dann der Ubooks-Verlag, der sich schon eine Woche später mit einer Zusage meldete. Ich war ganz schön verblüfft.
Was bedeutet das Schreiben für dich? Hat es dich verändert? Wenn ja, inwiefern?
Es bedeutet sehr viel für mich, ich brauche es wie die Luft zum Atmen. Mit Schreiben bestreite ich mittlerweile nicht nur meinen Lebensunterhalt, sondern es erfüllt mich. Ich habe schon immer geschrieben, nur hat sich das Pensum geändert. Heute arbeite ich 80 Stunden in der Woche (Verlagsarbeit und Schreiben), früher (bis 2003) war Schreiben neben meinem Brotjob (Zahntechnikerin) reines Hobby.
Ob das Schreiben mich selbst verändert hat, weiß ich nicht, dafür mache ich das schon zu lang. Es hat auf jeden Fall mein Leben in den letzten Jahren verändert, weil ich viele liebe Menschen kennengelernt habe: Autoren, Blogger, Facebookler, Twitterer … Ich finde es einfach schön, mich mit Kollegen, Gleichgesinnten und Fans auszutauschen, wobei einige sehr enge Kontakte entstanden sind.
Was hat sich über die Jahre deiner Meinung nach an deinem Schreibstil verändert? Bist du routinierter geworden? Gehst du heute anders an die Planung eines neuen Projekts heran?
Natürlich wird man routinierter. Hatte ich zu Beginn an noch Listen mit Tipps, die ich beachten muss (Füllwörter streichen, Wortwiederholungen vermeiden, Sprechverben für Dialoge benutzen usw), geht das heute automatisch von der Hand. Klar verändert sich der Stil des Autors. Ich habe mal gehört, alle 100 000 Wörter macht man einen »Schub« nach vorn. Ich kann das bestätigen. Nach jedem Buch ist mein Stil noch ein wenig reifer. Autor lernt auch nie aus. Nach wie vor lese ich Schreibratgeber und nehme konstruktive Kritik sehr ernst. Auch die Zusammenarbeit mit zwei Lektorinnen hat mich ein gutes Stück nach vorne gebracht. Eine davon ist meine Testleserin geworden. Sie ist ein richtiges Goldstück, sehr kritisch – das brauche und liebe ich :-)
Früher hab ich auch schon mal drauf los geschrieben, heute plane ich meine Romane, mache zuvor eine Art Storyboard, notiere, wie sich die Charaktere entwickeln usw, damit am Ende alles rund ist und keine Fragen offen bleiben.
Schreibst du an mehreren Projekten gleichzeitig oder trennst du das strikt?
Noch vor zwei Jahren habe ich an zwei bis drei Projekten gleichzeitig geschrieben. Heute bleibe ich weitgehend bei einer Sache (vielleicht mal eine Kurzgeschichte für »zwischendurch«). Ich werde alt (lacht)
Woran arbeitest du gerade?
Zum ersten Mal seit sechs Jahren kann ich sagen: an nichts. Denn ich stecke gerade mitten im Umzug. Aber es tut ganz gut, nach all der langen Zeit, in der ich wirklich ohne Pause, ohne Wochenende gearbeitet habe, mal etwas anderes zu tun. Ich hoffe, in Kürze wieder mit gewohnter Power durchzustarten. Dann überarbeite ich einen Gay Historical, nehme einen neuen Para in Angriff und warte, warte, warte nebenher auf Antwort diverser Verlage – wie das halt so ist bei uns Autoren :-)
Wirst du dem Erotik Genre auch zukünftig treu bleiben?
Auf jeden Fall! Ich kann doch gar nicht unerotisch (lacht). Das Problem hatte ich bei meinem Jugendbuch, da musste ich mich mit dem Prickeln und Knistern ganz schön zurückhalten, damit es noch jugendfrei bleibt. Ich mag einfach, wenn es funkt und die Seiten beim Lesen (und Schreiben) förmlich brennen. Das ist wie eine Sucht.
Für den Blue Panther Verlag schreibst du unter dem Pseudonym Lucy Palmer erotische Kurzgeschichten-Bände und als Inka Loreen Minden erfreust du deine LeserInnen mit erotischen und homoerotischen Liebesromanen. Was ist deiner Erfahrung nach schwieriger zu verfassen, einen Roman oder eine Kurzgeschichte?
Für mich persönlich würde ich sagen: Roman.
Kurzgeschichten wären mein Steckenpferd (sagt man mir nach, selber kann ich mich schlecht beurteilen) und sie fallen mir auch leicht. Nachdem ich in den letzten fünf Jahren über hundert Kurzgeschichten geschrieben habe, stehen sie mir tatsächlich ein wenig »über«. Außerdem mag ich dieselbe Idee nicht mehrmals verwenden, was langsam immer schwieriger wird. Zudem »verbrät« man viele gute Ideen, aus denen sich ein ganzer Roman hätte machen lassen.
Im Moment schreibe ich hauptsächlich Romane, die ich genau plane. Recherche ist mir ebenfalls sehr wichtig. Jeder Ort, jede Straße, ja sogar wann in Paris die letzte Metro fährt und welche Linien davon Waggons haben, die gummibereift sind – all das nehme ich sehr genau. Mein Dank geht an Google Earth und Wikipedia! Überhaupt – was wären wir Autoren ohne Internet? Wie haben das unsere Kollegen früher nur gemacht (lacht).
By the way … Zuckerbrot oder Peitsche? (Die Frage darf ganz nach Belieben interpretiert werden *g*)
Hör mir bloß damit auf (lacht). Mit dieser Floskel verbinde ich nicht gerade positive Erinnerungen, auf die ich nicht näher eingehen möchte. Ich mag es weder, wenn mir jemand in den Allerwertesten kriecht (besonders, wenn es nicht ernst gemeint ist) noch, wenn mir jemand etwas aufzwingen will, was gegen meine Einstellung geht. Da stelle ich mich quer.
Aber so einen gewissen Zeitdruck (Peitsche) brauche ich mittlerweile zum Schreiben.
Als ich noch als Herausgeberin gearbeitet habe, bekam ich den Beinamen »Sklaventreiberin« (lacht), da hab ich selbst die Peitsche geschwungen. War aber eine ganz weiche …
Welche deiner bisherigen Veröffentlichungen liegt dir besonders am Herzen? Und warum?
Meistens die letzte, weil ich mich ihr und deren Charakteren noch am nächsten fühle.
Wenn du einen deiner männlichen Helden persönlich treffen könntest, um bei einem gemütlichen Dinner ein wenig zu quatschen, wer wäre das?
Vincent. Ihr kennt ihn noch nicht und ich kann euch zu ihm leider noch nicht viel sagen, außer: Er ist kein Vampir, kein Engel, kein Dämon und kein Wolf (lacht). Ich hab mir da ein völlig neues Wesen ausgedacht. Na ja, »neu« nicht unbedingt, aber ich habe bisher kaum etwas über diese Geschöpfe gelesen. Für das Buch wird gerade ein Verlag gesucht. Mein erster Roman mit 600 Seiten. Ich bin schon sehr gespannt, wo er eine Heimat findet.
Da Vincent also noch nicht verfügbar ist, würde ich mich auch gerne mit Magnus treffen (Moment, das hab ich ja schon! Hier findet ihr das Interview, das ich mit ihm auf seinem Schloss in Schottland geführt habe (Link: http://www.inka-loreen-minden.de/Engelslust.html). Magnus ist der Magier aus meinem erotischen Fantasyroman »Engelslust«. Er ist ein faszinierender, sehr mächtiger Zauberer mit einer düsteren und dennoch sehr charismatischen Ausstrahlung. Ein Held mit vielen Kanten. Ich hab ja einiges übrig für Tortured Heroes (lacht).
Die meisten Autoren lesen sehr gerne. Gilt das auch für dich? Was macht dich als Leserin aus? Und was muss ein Buch haben, um einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen?
So wie ich schon immer schreibe (seit ich es kann), lese ich auch. Ich habe früher fast täglich ein Buch verschlungen, heute bin ich schon glücklich, wenn ich im Monat 1 – 2 Bücher schaffe. Meine Freizeit ist so knapp, dass neben den hausfräulichen Pflichten meine Familie an erster Stelle steht. Ich vernachlässige sie ohnehin genug. Aber mein SuB ist hoch und mein RuB (Regal ungelesener Bücher) ist mächtig voll; ich kann ja an keinem Buch vorbeigehen, das mir irgendwie interessant erscheint (lacht).
Leider bin ich in den letzten Jahren als Leserin sehr kritisch geworden. Ganz schlimm wird es, wenn ich gerade im Lektorat stecke, da stolpere ich beim Lesen ständig irgendwo drüber und das nervt mich tierisch. Ich will mich ja beim Lesen entspannen und unterhalten werden, aber da kommt mir mein Hirn immer in die Quere. Berufskrankheit. Hab gehört, anderen Autoren geht’s genauso. Bei Filmen ist es nicht anders. Wehe, die Story ist unlogisch oder eine Figur verhält sich unpassend.
Ein Buch muss mich von der ersten Seite an fesseln können und zwar so sehr, dass mir die Fehler darin nicht auffallen. Deshalb habe ich in den letzten Jahren überwiegend englischsprachige Romane gelesen, da muss ich mich mehr auf die Übersetzung konzentrieren. Aber das hat sich geändert: Es gibt in Deutschland hervorragende Autorinnen und Autoren, weshalb ich jetzt öfter nach einem Buch einer Kollegin oder eines Kollegen greife. Dabei ist mir aufgefallen, dass gerade kleinere Verlage (natürlich gibt es Ausnahmen) oft besser lektorierte und qualitativ sehr gute Texte haben. Da hat sich in den letzten Jahren einiges getan.
In deinen Geschichten erhält neben der Erotik auch Liebe und Romantik ausreichend Raum. Wie wichtig sind diese Dinge für dich, sowohl als Leserin als auch Autorin von erotischen Romanen?
Sehr wichtig. Ohne Liebe und Romantik funktioniert Erotik für mich nicht. Ich möchte lesen, wie zwei Liebende zueinanderfinden, wie sie Hürden überwinden und dabei leiden. Ich muss ihren Herzschlag spüren, die gegenseitige Anziehungskraft, die Seiten müssen beim Schreiben und Lesen förmlich brennen vor Leidenschaft.
Ich habe auf meinem Blog eine Rubrik zum Thema „Schreiben“ ins Leben gerufen, um angehenden Autoren ein paar Tipps zur Verfügung zu stellen. Da du auch als Herausgeberin tätig bist, wäre es interessant zu wissen, worauf ein Autor besonders Acht geben sollte, wenn er sich einem Verlag vorstellt.
Meine herausgeberische Tätigkeit habe ich zum Großteil eingestellt, weil ich recht schnell bemerkt habe, dass mir kaum noch Zeit zum Schreiben bleibt. Primär möchte ich Autorin sein, denn das Schreiben ist meine große Leidenschaft. Allerdings mache ich für den dead soft Verlag nach wie vor die Cover, aktualisiere die Homepage, den Blog, twittere usw.
Was immer noch viele angehende Autoren machen: sehr lapidar formulierte Anschreiben (»Hey ihr, ich hab da einen total krassen Roman geschrieben ...). So etwas macht natürlich gleich mal Eindruck ;-) Auch wimmeln die E-Mails von Rechtschreibfehlern; von Exposés haben die meisten noch nie etwas gehört.
Also, wer sich bei einem Verlag mit einem Manuskript vorstellt, kann das mit einer Bewerbung bei einer Firma vergleichen. Am besten zuerst auf der Verlagsseite informieren, was gewünscht wird (Vita, Leseprobe, Exposé etc) und wer nicht weiß, wie ein Exposé auszusehen hat, der kann das große G befragen ;-)
Abschließend noch eine Frage. Du hast drei Wünsche frei. Wie würdest du sie nutzen?
Wunsch 1: Gesundheit
Wunsch 2: Weltfrieden
Wunsch 3: unendlich weitere Wünsche
Vielen Dank Monika, für das Beantworten meiner Fragen und weiterhin viel Erfolg mit deinen Romanen!
Vielen Dank, liebe Eva, für das nette Interview!
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